Bangkok nach dem Sturm
Diese Bilder gingen um die Welt, brennende Häuser in Bangkok, schießwütige Soldaten und eine entspannte Demonstrationsmeile in der Nähe vom Lumpini Park. Thailand besitzt eine Machtstruktur, die äußerst schwierig ist zu überblicken. Zu viele Machthaber sitzen an den Schalthebeln der Macht in diesem Land. Das thailändische Volk achtet und hat einem großen Respekt vor dem König und dem Königshaus. Es existiert zwar eine Verfassung aber dieses Land ist deshalb noch lange nicht demokratisch, wie wir es von Europa kennen. Die Regierungsparteien werden vom Volk gewählt und der Premierminister vom Parlament. Aber jetzt kommt eine andere Macht zum tragen, dass Militär. Jede Regierung in Thailand überlebt einigermaßen, wenn es sich zum Militär gut stellt, seine Budgetforderungen erfüllt und die Macht der Generäle nicht antastet.
Wer als Regierung das nicht beherzigt, kann davon ausgehen, dass bald ein neuer Militärputsch folgt. In Thailand gab es bisher über 70 Militärputsche, die meisten aber ohne Tote und Verletzten. Die jetzige politische Situation ist diese, dass die jetzige Regierungskoalition mithilfe des Militärs und durch Gerichtsentscheid in die Regierungsverantwortung gekommen ist. In den vergangenen Jahren waren es Gelbhemden die eine Kampagne mit verschiedenen sozialen Bewegungen zur mehr Demokratie in Bewegung setzte. Ziel ihrer Aktionen war die Politik des ehemaligen Premierministers Thaksin, der 2006 durch einen Militärputsch seines Amtes enthoben wurde.
Die Anhänger von Thaksin und weite Teile der Bevölkerung im Nordosten Thailands wollten sich mit dieser Situation nicht abfinden und starteten eine Bewegung für Demokratie und gegen Diktatur. Ihre Forderungen klangen plausibel, sofortiger Rücktritt der Regierung und Neuwahlen. Mit dieser Losung haben sie viele Anhänger gewinnen können und diese sind dann Anfang März 2010 nach Bangkok aufgebrochen.Die Regierung unter Druck zu setzen war das Ziel, was auch teilweise gelang. Der Premierminister Abhisit unterbreitete der UDD-Führung einen Kompromissvorschlag, Rücktritt der Regierung im September 2010 und Neuwahlen im November 2010. Dieser Kompromissvorschlag wurde von der UDD-Führung als unzureichend abgelehnt. Jetzt war klar, der UDD geht es nicht um mehr Demokratieverständnis, sondern sie wollen auch mit aller Macht ihre politischen Ziele durchsetzen.
Politisch gesehen gib es bei den Rothemden eine große Anzahl von Aktiven mit einer republikanischen Gesinnung. So verehren sie nicht den gegenwärtigen König Bhumibol sondern die historische Figur König Daksin. Dieser hatte nach der Zerstörung von Ayutthaya die Burmesen und Siamesen militärisch vereinigte.
Die Regierung wurde durch das Militär gestärkt die Demonstrationen mit aller Gewalt aufzulösen, was auch dann stattfand.
Ob der Versöhnungsplan der Regierung, zur Beendigung dieses Konfliktes, der richtige Weg ist bleibt abzuwarten. Zu tief sitzen die Wunden auf beiden Seiten.



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