Katoys, das dritte Geschlecht in Thailand

Thailand’s Transsexuelle, in Landessprache „Katoys“ genannt, werden häufig auch als „Ladyboys“ bezeichnet und sind in allen Städten und Ferienorten Thailands zahlreich vertreten. Viele von ihnen arbeiten in typisch weiblichen Rollen in Kabarettshows oder auch im notorischen Sexgewerbe der Girl- und Boy-Bars. Die meisten Katoys, die nicht mit Schwulen verwechselt werden sollten, streben allerdings ganz normale Berufe an und wünschen sich eine bessere Integration in die thailändische Gesellschaft. Denn obwohl Katoys in Thailand sichtbarer als in den meisten Ländern der Welt sind bleibt noch viel bis zu ihrem erklärten Ziel, der wirklichen Gleichberechtigung, zu tun.

Alle Transsexuelle wurden als Mann geboren aber leben und kleiden sich wie Frauen. Jungen begreifen häufig bereits als Teenager ihr „anders sein“ und oftmals beginnen sie bereits dann mit der Einnahme von weiblichen Hormonen, um ihrem Körper das ersehnte Aussehen zu geben. Später kommen kosmetische- oder geschlechtsumwandelnde Operationen dazu.

Biologisch betrachtet sind Katoys Männer, aber ihr Leben unterscheidet sich wesentlich von dem eines Mannes. Sie führen auch nicht ein wirklich weibliches Leben, sie haben eben eine ganz eigene Lebensart und möchten diese akzeptiert wissen. Sie haben oft zu Unrecht einen zweifelhaften Ruf, denn wenn man sie akzeptiert wie sie sind lernt man sehr umgängliche und freundliche Menschen kennen und es ist nicht ihre Schuld im falschen Körper geboren worden zu sein.

Thailands Gesetzgeber haben einige Schritte unternommen um die Rechte der Katoys zu stärken und sie, auch abgetrennt von Schwulen, als separate Gruppe zu betrachten. Was Transsexuelle aber wirklich wollen ist das Recht zur legalen Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau, damit auch ihre Ausweispapiere und Dokumente beweisen wie sie sich fühlen. So eine gesetzliche Änderung würde den Transsexuellen auch eine Heirat ermöglichen, was zwei Männern in Thailand zurzeit nicht erlaubt ist.

Um in Thailand gute Jobs zu bekommen muss ein junger Mann z. Bsp. seinen Wehrdienst geleistet haben oder nachweisen, dass er davon freigestellt wurde. Bekennenden Katoys war es bis vor kurzem nicht gestattet Wehrdienst zu leisten und auch deshalb bekamen sie häufig nicht den angestrebten Job. Viele von ihnen wandten sich der Prostitution zu, zwar eine tolerante aber auch gefährliche Arbeit in Thailand, bei der nur einer von drei Sexarbeitern über die Gefahren von Aids oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten aufgeklärt ist. Selbsthilfegruppen wie „Swing“ und „Sisters“ leisten diese Aufklärung vor Ort, bieten die Möglichkeit andere Berufe zu ergreifen und kämpfen für Gleichberechtigung und Akzeptanz im thailändischen Alltag der Katoys.

Ein Kommentar
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  1. Guten Tag,

    besten Dank, dass Sie sehr ausführlich über Thailand berichten,
    Lebe seit 20 Jahren hier und lese täglich Ihre Zeitung, bitte weiter so.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Herbert Rendler

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