Bor Sang, das Schirmdorf Chiang Mai’s

Jeder der den Norden Thailands und Chiang Mai besucht, kann nicht umhin die vielen schönen kunsthandwerklichen Gegenstände, die nur hier hergestellt werden, zu bewundern.

Was oftmals als kleiner Nebenverdienst einer Familie im Garten des eigenen Hauses begann, hat sich längst zu einer Industrie entwickelt, mit Produkten die in die ganze Welt exportiert werden. Seien es die ursprünglich nur aus Teakholz bestehenden aufwendigen Holzschnitzereien, die filigrane Verarbeitung von Silber in Schmuck, Figuren oder Gefäße, hochwertige Seide und Baumwollprodukte, Porzellan- und Keramikwaren, und nicht zuletzt die bunten Schirme, die dem Dorf Bor Sang in der Nähe von Chiang Mai den Beinamen „Schirmdorf“ gegeben hat.

Sankhampaeng

Sankhampaeng Bor Sang

Diese Schirme und längst auch eine Reihe ähnlicher Produkte werden aus dem sogenannten Saa-Papier hergestellt, ein Produkt aus der inneren Rinde des Maulbeerbaums von dessen Blättern sich auch die Seidenraupe ausschließlich ernährt. Das Gestell des Schirmes wird aus Bambus gefertigt. So stellt man hier die Schirme schon seid über 200 Jahren her, seid ein thailändischer Wandermönch einen solchen Schirm aus dem heutigen Myanmar, oder Burma, mitbrachte. In einer Legende dazu heißt es, dass er einen solchen Schirm auf seinen Reisen geschenkt bekam und daraufhin in das Ursprungsdorf nach Burma ging, um diese Technik zu lernen. Zurück von seinen Reisen präsentierte er den Schirm dem Dorfältesten von Bor Sang und bald darauf begannen die eigenen Handwerker und Künstler diese schönen und buntbemalten Schirme, als Schutz gegen Sonne und Regen, herzustellen.

Zunächst blieb das aber eher ein Hobby und kleiner Nebenerwerb, was sich nach dem Ende der Reisernte und bis zum Beginn des nächsten Reispflanzens anbot. Im Jahre 1941 wurde dann eine handwerkliche Genossenschaft gegründet und die Produktion und der Verkauf stiegen ständig. Und spätestens seid dem Eintreffen der Touristen konnte das ganzes Dorf davon leben. Der weltweit größte Schirm wurde auch in Bor Sang hergestellt und fand sogar den Weg in das Guinness-Buch der Rekorde. Dieser wurde eigens für die SEA Games in Chiang Mai im Jahr 1996 kreiert.
Wer sich nun auf den Weg nach Bor Sang macht kann auch den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen. Allein um das Saa-Papier herzustellen benötigt man mehrere Arbeitsgänge und das Bambusgerüst des Schirmes besteht aus sieben einzelnen Teilen. Besonders interessant ist es die Künstler bei der bunten Bemalung der Schirme zu beobachten. Da gibt es immer schöne Fotomotive und reichlich Gelegenheit in Ruhe ein Souvenir für zu Hause auszusuchen.

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